(Deutsch) Online Marketing für HR | Teil 1 | Interview mit Gero Hesse

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Online Marketing für HR – die AGOF Akademie im Interview mit Gero Hesse

Was haben Digital HR, Employer Branding und die AGOF gemeinsam? Bis jetzt noch wenig, aber das möchten wir im kommenden Jahr ändern. Gemeinsam mit Herrn Gero Hesse, Blogger zu diesen Themenfeldern, vernetzen wir unsere Kompetenzen. Die AGOF Akademie liefert Definitionen und Erklärungen für die wichtigsten digitalen KPIs und Gero Hesse die Übertragung in die HR Welt. Unter der Reihe ONLINE MARKETING für HR veröffentlichen wir auf dem Blog 14-tägig Digitale Mediabegriffe für HR. In unserem ersten Teil der Reihe starten wir direkt mit einem Interview, um Ihnen Herrn Hesse ein bisschen besser vorzustellen!

AGOF Akademie: Herr Hesse, bitte stellen Sie sich und saatkorn den AGOF LeserInnen doch kurz vor. 

Gero Hesse Ich bin Macher, Berater, Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Zukunft der Arbeit und Digital HR.

Das sind Themenfelder, die ich sowohl in meiner beruflichen Tätigkeit als Geschäftsführer von TERRITORY Embrace, einer der führenden Agenturen für diese Themen mit Kunden wie beispielsweise der Deutschen Telekom, E.ON, Bertelsmann oder EY und eben auch als Blogger in meinem Blog www.saatkorn.com aufgreife. Ich beschäftige mich mit diesem Kontext seit knapp 17 Jahren, bin Speaker auf Konferenzen und habe diverse Artikel und Bücher dazu verfasst. Das Schöne ist ja: in diesen Themenfelder ist so viel Bewegung, dass einfach keine Langeweile aufkommt.


AGOF Akademie:
Neben Ihren beruflichen Aktivitäten beschäftigen Sie sich als Autor in Ihrem Blog „saatkorn.“ mit den Themen Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting sowie Social Media. Woher kommt Ihre Leidenschaft für das Thema?

Indem ich das tue, was ich liebe. Eigentlich ganz einfach. Das sollten insgesamt mehr Menschen machen, dann wären auch mehr Menschen glücklicher mit ihrem Leben. ;-)

Im Ernst: unser Mission Statement bei TERRITORY Embrace ist „Wir finden: jeder Mensch verdient den bestmöglich passenden Job und Arbeitgeber“. Und das scheint für mich in Verbindung mit Marketing, digitalen Themen und eben HR so eine Art Lebensaufgabe zu sein. Obwohl: man weiß ja nie, wie die Dinge sich in Zukunft entwickeln…

AGOF Akademie: Welche Bedeutung hat aus Ihrer Sicht das Thema Digitalität für den Bereich Human Resources?

Ein ganz zentrales, und das aus mehrfacher Perspektive:

Erstens haben wir insbesondere im Bereich der digitalen Talente einen massiven Fachkräftemangel – und das nicht nur in Deutschland. Gab es früher zwischen Unternehmen wie Audi, Microsoft oder Bertelsmann nahezu kaum Wettbewerb um Talente, da es einfach zu unterschiedliche Geschäftsansätze waren, so schlagen sich heute nahezu alle Arbeitgeber um digitale Talente. Der Wettbewerb ist hier absolut massiv geworden und wird sich in den nächsten Jahren weiter deutlich verschärfen. Das ist insbesondere in den Disziplinen Employer Branding, Personalmarketing sowie Recruiting eine große Herausforderung für HR. Es wird immer schwieriger, die richtigen Talente zu gewinnen und zu halten. Recruiting und Retention sind demnach absolute Trendthemen für die nächsten Jahre.

Zweitens bedeutet dieser skizzierte Mangel, dass altgediente Arbeitskonzepte, beispielsweise Motivation durch Dienstwagen, strenge Hierarchien oder unflexible Arbeitszeiten ausgedient haben. Arbeit 4.0 oder New Work ist kein Trend, der auch wieder vorüber geht. Durch den Mangel an digitalen Talenten hat sich das Machtverhältnis auf dem Arbeitsmarkt zu Gunsten der digitalen Hotshots verschoben. Und die sehen keinen Grund, sich alten Systemen gegenüber zu beugen. Natürlich gibt es auch immer noch viele „Konzernsoldaten“, aber die Talente, die für die Zukunft der Unternehmen essentiell sind, denken heute anders: selbstbestimmter, freiheitlicher, demokratischer. Für diese Talente spielt Sinn in der Arbeit, Selbstverwirklichung durch das eigene Tun, eine sehr große Rolle. Und damit sind wir bei der zweiten Herausforderung für HR: wie baue ich die Arbeitsstrukturen in Unternehmen so, dass sie den Erwartungen der digital Talents stand halten? – Das ist eine riesengroße Herausforderung, insbesondere für etablierte Konzerne.

Drittens ist HR ganz direkt selbst von der Digitalisierung betroffen. Früher waren die Themen IT und HR Gegenpole. Schauen Sie sich mal den typischen ITler und HRler an: da gibt es Vieles, aber keine Gemeinsamkeiten. Davon muss man definitiv weg. HR muss sich für IT öffnen. Denn HR Arbeit bedeutet heute insbesondere auch die Nutzung von Tools, welche den oben skizzierten Anforderungen an modernes Arbeiten Rechnung tragen. Ein Recruiter im Jahr 2016, der sich nicht für Active Sourcing Tools interessiert, hat es schwer. Da gibt es inzwischen komplett andere Kompetenzprofile in HR Abteilungen als noch vor 5 Jahren.

AGOF Akademie: Sie sind mit einem interessanten Projekt an uns herangetreten. Verraten Sie doch bitte unseren Lesern, was Ihre Blog Leser aus dem HR Bereich in 2017 erwarten können.

Eben genau vor dem Hintergrund der eben erwähnten Herausforderungen für Human Resources macht es Sinn, zentrale Begriffe, Definitionen und KPIs aus dem Bereich Online Marketing zu erklären und so HRlern transparent zu machen. Ich freue mich sehr, dass ich Sie für die neue saatkorn. Serie zum Thema ONLINE MARKETING für HR gewinnen konnte. So werden wir alle 2 Wochen einen zentralen Begriff leicht verständlich erklären und auch die Bedeutung für HR aufzeigen. Ich freue mich total auf dieses Projekt.

AGOF Akademie: Verraten Sie uns zum Schluss eines Ihrer Lieblingswörter fürs „Digitale Lexikon“?

Das kann ich sehr gern tun: „Predictive behavioral targetingt“. Denn dahin geht die Reise – auch in HR! – Mehr dazu dann in Kürze auf www.saatkorn.com

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