(Deutsch) Die Nutzung von Reise-Infos in Pandemie-Zeiten

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Mal eben im Netz einen Flug nach Costa Rica oder eine Pauschalreise nach Thailand buchen – in diesem Jahr ist das aufgrund der Pandemie nicht möglich.

Doch bedeutet das, dass die User deshalb einen Bogen um digitale Reise-Informationen machen? Unsere Analyse der Nutzungsdaten seit März 2020 bestätigt diese Vermutung nicht – sie belegt stattdessen das Gegenteil.

Urlaub in Zeiten von Corona? Viele Menschen mussten ihre ursprünglichen Pläne für die Sommerferien aufgrund von Reisebeschränkungen, Gesundheitsrisiken oder auch aus finanziellen Gründen komplett über den Haufen werfen. Bereits gebuchte Trips wurden storniert oder verschoben, Fernreisen sind vielfach unmöglich bzw. zu gefährlich. Nun könnte man annehmen, dass dem Gros der Deutschen deshalb die Lust am Thema „Reisen“ gründlich vergangen wäre. Doch weit gefehlt: Wie eine Analyse der tagesaktuellen agof Markt-Media-Studie daily digital facts zeigt, nutzten in den vergangenen Monaten sogar mehr Menschen online Reise-Informationen als im Vorjahr.

 

 

Auffällig: Während 2019 vor allem klassische Reise-Websites (z.B. mit Buchungsoptionen oder rund um Fluginformationen) stark frequentiert wurden, lagen die Userzahlen hier 2020 deutlich unter den Vorjahreswerten (siehe Grafik unten). Der große Zuspruch für digitale Reise-Informationen (siehe Grafik oben) geht in diesem Corona-Sommer vor allem auf die Reise-Bereiche von Online-Magazinen und Tageszeitungen zurück, die in der daily digital facts dem Thema Reisen als „Belegungseinheiten“ zugeordnet werden. Das lässt darauf schließen, dass die User 2020 vor allem an Hintergrundgeschichten, Reise-Reportagen und aktuellen Fakten interessiert sind.

 

 

Ob die Recherche nach alternativen Zielen im eigenen Land, die Entdeckung persönlich neuer Urlaubsarten wie Camping, Rad-Wandern oder Kajak-Touren auf heimischen Flüssen, Faktenchecks zu Corona-Regeln in europäischen Urlaubsdestinationen oder schlicht die Lust auf schöne Bilder exotischer Ziele, die momentan unerreichbar sind – die Gründe, sich im Netz über das Thema Reisen zu informieren sind dieser Tage wahrscheinlich vielfältiger denn je. Und das Interesse der User stieg seit dem Lock-Down im März deutlich an, was auch die durchschnittlichen Zugriffe pro Tag belegen. Die zum Teil schwer gebeutelte Reisebranche kann sich somit auf eines verlassen: Urlaub ist und bleibt ein Lieblings-Thema der Deutschen – und daran kann auch ein weltweites Virus nichts ändern…