Aufgaben und Leitlinien der KLR

Seit kurzem können Anbieter von Mess- und Evaluations-Verfahren, die im Kontext digitaler Werbeausspielung operieren, ihre Dienstleistungen und Produkte zertifizieren lassen. Die Gütesiegel, die vom Bundesverband der digitalen Wirtschaft (BVDW) und der Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (agof) vergeben werden, beruhen auf einheitlichen Regeln sowie transparenten Qualitätskriterien, auf die sich Werbekunden, Agenturen und Vermarkter verständigt haben. Die Ziele sind klar: Das Vertrauen in die digitale Werbung soll insgesamt gestärkt und die Qualität von Werbemitteln sowie Werbeumfeldern nachhaltig verbessert werden. Das maßgebliche Gremium hinter der Initiative ZvL (Zertifizierung von Leistungswerten): Die bei der agof angesiedelte Kommission Leistungswerte & Richtlinien, kurz KLR.

Ob Online-Werbung den gewünschten Erfolg erzielt, ist abhängig von vielen Bausteinen. Reichweite, Zielgruppen-Genauigkeit, Sichtbarkeit der Werbemittel, Invalid Traffic-Rate oder Brand Safety sind hierbei wesentliche Parameter, die mit Hilfe verschiedener Verfahren und Tools überprüft werden können. Das Problem: Bislang fehlte es in Teilbereichen der digitalen Wertschöpfungskette an unmissverständlichen Definitionen und vielfach lieferten unterschiedliche Tools dann auch noch abweichende Ergebnisse. Ein Wirrwarr, in das die Kommission Leistungswerte & Richtlinien der agof (KLR) nun Ordnung bringt.

Grundvoraussetzung für die Beurteilung von Leistungswerten ist das gemeinsame Verständnis der Begrifflichkeiten. Deshalb definiert die KLR, was sich exakt hinter branchenrelevanten Faktoren wie z.B. „Viewability“ oder „Invalid Traffic“ verbirgt. Die KLR liefert dazu u.a. genaue Beschreibungen der einzelnen Termini sowie die jeweils zu erfüllenden Mindeststandards. Im zweiten Schritt nimmt die KLR die Evaluations-Prozesse unter die Lupe. Dabei wird geklärt, ob sich ein Verfahren grundsätzlich zur Qualitätsbeurteilung eignet und ob alle technischen, rechtlichen und administrativen Erfordernisse erfüllt werden, um korrekte Ergebnisse liefern zu können. In diesem Zusammenhang legt die KLR u.a. Grenz- und Schwellenwerte sowie Messpunkte fest. Darüber hinaus begleitet die KLR den Zertifizierungsprozess auf fachlicher Ebene. So werden geeignete und vertrauenswürdige Auditoren beauftragt, individuelle Fragen geklärt sowie (vorausgesetzt bei der Prüfung gab es keine Beanstandungen) die Freigabe zur Zertifizierung erteilt.

Zur Teilnahme an der KLR sind Mitglieder der agof sowie Vertreter der Agentur- und Werbekunden-Organisationen berechtigt. Unterstützt wird die Kommission von Task Forces, in der auch Spezialisten, die nicht zum agof-Kreis gehören, ihre Expertise (z.B. in technischen Fragen) einbringen können.

Die wesentlichen Aufgaben der KLR sowie die Leitlinien des Gremiums haben die Mitglieder des agof Gremiums in ihrem Mission Statement auf den Punkt gebracht.

„Die Kommission Leistungswerte und Richtlinien (KLR) ist ein unabhängiges Gremium der Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung e.V., in dem Experten unterschiedlicher Fachrichtungen des digitalen Marketings ihre Expertise bündeln, um marktübergreifende Standards zur Qualitätssicherung zu entwickeln. Dazu werden Definitionen und Konventionen erarbeitet, die als Regelwerk für die Zertifizierungs-Initiative von BVDW und agof dienen. Im Vergabeverfahren hat die KLR nicht nur die Richtlinienkompetenz, sie entscheidet auch über die Prüfprozesse, beauftragt passende Auditoren und erteilt letztendlich die Freigabe zur Zertifizierung.

Leitmotive der KLR sind Transparenz und Vergleichbarkeit sowie die Verbesserung des Vertrauens in die digitale Werbeumgebung. Das Gremium operiert dabei technologieoffen, praxisorientiert und neutral“

Weitere Informationen zur KLR finden sich unter „agof/Gremienübersicht“.
Wer sich über die Möglichkeiten der Zertifizierung informieren möchte, klickt hier: https://www.agof.de/zertifizierungen/qualitaetszertifikate/